Aufrüstung des (Teenie-)Computers

Am letzten Wochenende war ich mal wieder bei meiner Familie und mein kleiner Bruder (11 Jahre) hat gefragt, ob wir bei seinem Computer denn nicht etwas mehr an Leistung rausholen können. Also habe ich mich mit ihm zusammengesetzt und wir haben uns angeschaut, was sein Computer aktuell verbaut hat und was wir da tun können.

Sein Computer ist ein kleiner feiner Office-PC, welcher folgende Hardware besitzt:

  • CPU: AMD A8-6600K mit 3,9 Ghz bei 4 logischen Prozessoren
  • RAM: 1 Riegel mit 8GB DDR3
  • Disks: 1x 250GB SSD für das Betriebssystem und 1x x GB HDD als Backup/Archiv
  • Grafik: „keine“ bzw. nur die Onboard-Grafikkarte (Radeon HD Graphics)
  • Netzwerk:  Asus PCIe WiFi5 AC3100 DualBand MU-MiMo, max. 2.167Mbit/s (5Ghz) / 1.000Mbit/s (2,4Ghz) -> genau dieselbe, wie in meinem Labor v3

Die CPU reicht im Großen & Ganzen vorerst aus, ist natürlich bei Spielen durch die onboard-Grafik „doppelt“ belastet; eine dedizierte Grafikkarte ist längerfristig in Planung, allerdings haben wir den Arbeitsspeicher als Prio1 ins Auge gefasst, denn das bringt nicht nur beim Spielen eine Verbesserung, sondern auch beim Schulalltag.

Wir haben im Task-Manager im Reiter „Autostart“ unnötige Dienste abgeschaltet, das hat sogar direkt mal ca. 1,5-2GB Arbeitsspeicher erbracht. Da, wie oben beschrieben, die Grafikkarte ja nur eine OnBoard-Grafik (bzw. in der CPU integriert) ist, nimmt diese natürlich auch noch vom Arbeitsspeicher etwas weg. Aus der Erinnerung heraus ist im BIOS das Maximum eingestellt.

Arbeitsspeicher

Dann haben wir geschaut, wie viel Slots der Arbeitsspeicher-Riegel belegt sind bzw. wie viele frei sind: 1 von 4 belegt, so haben wir ja wirklich noch eine gute Möglichkeit zum Aufrüsten.

Also haben wir uns im Internet auf die Suche nach passendem Arbeitsspeicher gemacht und standen dann vor der Frage „CL9 oder CL11?“. Tja… also erstmal danach gesucht und informiert, was das bedeutet und die bessere Wahl ist:

„CL“ bedeutet „CAS-Latency und definiert grob die 3 Haupt-Timings zur Ansteuerung der Speicherbausteine. (Also wie viele Taktzyklen der einzelne Arbeitsschritt bis zum vollständigen Ergebnis benötigt) Je niedriger dieser Wert, umso schneller arbeitet der Speicher bei gleichem DDR-Takt

https://www.gutefrage.net/frage/was-bedeutet-clbei-einem-arbeitsspeicher

und

Niedrigere Latenzzeiten sind besser, also CL9 ist besser als CL11, dadurch ist der RAM schneller.

Das ist die Latenz und da ist niedriger besser, also nimm CL9. […] Die einzelnen Zahlen sind einzelne Latenzen für verschiedene Aufrufe (CL9 ist standardmäßig 9-9-9-24)

Das niedrigere Latenzzeiten besser sind, trifft auf alle Zahlen zu.
So werden sie oft angegeben, nur als Beispiel, 9-9-9-24 ist besser als 11-11-11-30.
Aber die Kombination aus Latenzen und MHz ist entscheidend, mehr MHz + niedrigere Latenzen sind besser als niedrige MHz und hohe Latenzen.

CL9 oder CL11 Arbeitsspeicher | Die Hardware-Community für PC-Spieler – PCGH Extreme (pcgameshardware.de)

Nun wissen wir also, dass wir unbesorgt den CL9 verwenden können. Wir haben uns für „Corsair CML16GX3M2A1600C9 Vengeance Low Profile 16GB (2x8GB) DDR3 1600 Mhz CL 9 XMP Performance Desktop Memory Schwarz“ entschieden und bestellt, besonders nett war, dass das Set um 5€/6% reduziert war – daher haben wir gleich zwei Sets genommen (also 4x 8GB = 32GB) 😆 .

Der neue Arbeitsspeicher

Grafikkarte

Wir haben uns dann nach einer passenden Grafikkarte umgeschaut und informiert, welche Speichertyp (GDDRZahl) es gibt und welcher aktuell ist:

– (G)DDR(1)
– GDDR2
– GDDR3
– GDDR4
– GDDR5
– GDDR5X
– GDDR6
– GDDR6X

Graphics Double Data Rate – Wikipedia

Wir fanden diese Grafikkarten interessant:

  1. PNY Quadro P400 Professional Grafikkarte 2GB GDDR5 PCI Express 3.0 x16, Single Slot, 3x Mini-DisplayPort, 5K Unterstützung, Ultra-leiser aktiver Lüfter
  2. PNY NVIDIA T400 Professionelle Grafikkarte 2GB GDDR6 PCI Express 3.0 x16, Single Slot, 3X Mini-DisplayPort, 8K Support, Ultraleiser aktiver Lüfter
  3. PNY NVIDIA T600 Professionelle Grafikkarte 4GB GDDR6 PCI Express 3.0 x16, Single Slot, 4X Mini-DisplayPort, 8K Support, Ultraleiser aktiver Lüfter

Hier ein übersichtlicher grober Vergleich unserer Auswahl:

CUDA Cores256384640
GPU Memory2 GB GDDR52 GB GDDR64 GB GDDR6
Peak FP32 Performance0.641 TFLOPS1.094 TFLOPS 1.709 TFLOPS
Memory Interface64-bit64-bit128-bit
Memory Bandwidth32 GB/s80 GB/s160 GB/s
Max Power Consumptionn/a30 W40 W
System InterfacePCI Express 3.0 x16PCI Express 3.0 x16PCI Express 3.0 x16
Display Connectors3x mDP (1.4)3x mDP4x mDP
Form Factorn/aLow-Profile Single SlotLow-Profile Single Slot
Thermal Solutionn/aActive FansinkActive Fansink
Preis (in EUR)141,55137,26240,95
LinkNVIDIA Quadro P400 (pny.com)NVIDIA T400 (pny.com)NVIDIA T600 (pny.com)

Auch wenn die 1. & 2. Grafikkarte wohl ausreichen würde (aktuell sind zwei 22″-Monitore mit VGA angeschlossen), hätten wir uns u.a. auch aufgrund des relativ geringen Preisunterschiedes (wenn man bedenkt, dass GDDR6 ja quasi „frisch“ ist) dann für die 3. Grafikkarte entschieden, da wir hier definitiv für die nächsten Jahre gut gerüstet wären, insbesondere, wenn es dann irgendwann mal bessere Monitore geben sollte.

Die neue Grafikkarte

Leider haben uns die genauen Spezifikationen dann aber doch einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn eine Mindestvoraussetzung ist:

„Intel Core i5 , Xeon oder neuer“ & „AMD Ryzen, Epcy-Klasse oder neuer“

Also habe ich kurzerhand die Grafikkarte aus Labor v3 genommen (die verwende ich dort bisher eh nicht für VMs) und in den PC meines Bruders eingebaut. Nach der Installation der Grafikkartentreiber war auch die Auflösung auf den Monitoren wieder die passende und ein kurzer Test mit einem seiner Spiele hat auch gezeigt, dass die Grafikkarte richtig gut genutzt wird.

Ergebnis

Nach Einbau des Arbeitsspeichers und der Grafikkarte zeigt der Taskmanager jetzt folgende Auslastung an:

Wir können also sagen, dass die eingesetzten ca. 300 Euro einiges gebracht haben – die Grafikkarte kann man auf jeden Fall sogar in einem Nachfolge-Computer verwenden oder tauscht sie dann bei der Gelegenheit doch gegen eine T600 oder was dann so aktuell ist. 😆

Ronny Böttcher

Systemadministrator seit 2007 und seit 2012 als Application Administrator bei 1&1 in Deutschland am Standort Karlsruhe. Weitere Interessen in: Storage Spaces (Direct), HCI / HyperV.

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